Datenbasis

Für die Projekte ALF und DEES liegen unterschiedliche, aber vergleichbare Datenmatrizen vor. Die Projekte ALF und DEES beziehen sich nur auf den Nordteil Frankreichs (Domaine d’Oïl). Es ist das der von A. Dees bei seinem Skripta-Atlas von 1980 berücksichtigte Forschungsraum: dieser besteht aus 85 Bezugsflächen (bzw. „Messpunkten“). Von den 638 Messpunkten des ALF liegen nur 347 innerhalb des Domaine d’Oïl. Zur direkten Vergleichbarkeit der Daten von DEES und jenen des ALF wurde der Nordteil des ALF-Netzes von 347 auf 85 Messpunkte ausgedünnt. Diese Ausdünnung erfolgte durch Superposition der beiden zuvor nach den Prinzipien der Voronoi-Geometrie polygonisierten Forschungsnetze.

Diesem Grundnetz von 85 Messpunkten wurden die folgenden Merkmalsebenen zugeordnet:

ALF:

1279 Arbeitskarten. Diese wurden unserer ALF-Datenmatrix aus 641 Messpunkten und 1681 Arbeitskarten im Weg einer kontrollierten Ausdünnung entnommen.

Dees 1980:

268 Schreibmerkmale (meist phonetisch relevant). Diese repräsentieren eine von Dees definierte Auswahl aus den 298 im Skripta-Atlas von 1980 in Kartenform publizierten Schreibmerkmalen.

Dees 1983:

Anthonij Dees hat bald nach der Veröffentlichung seines Skripta-Atlasses (1980) einen analog gestalteten Atlas auf der Grundlage etwas mehr als 200 literarischen Texten des 12. und 13. Jahrhunderts vorbereitet. Dieser wurde im Jahr 1987 veröffentlicht. Leider sind die dabei verwendeten Daten verloren gegangen. Doch hat Dees im Jahr 1983 diese literarischen Texte nach von ihm entworfenen Algorithmen „lokalisiert“. Darunter ist eine quantitative Vergleichung dieser literarischen mit den nicht-literarischen Texten des Skripta-Atlasses von 1980 zu verstehen. Die Listen der im Jahr 1983 an 222 literarischen Texten durchgeführten Lokalisierungs-Berechnungen wurden durch Zufall im Jahr 2006 in den Kellern der Universität Amsterdam wiedergefunden, nach Salzburg transferiert und dort genau analysiert. Dabei wurde das von Dees benützte Forschungsnetz von 87 Messpunkten aus Gründen der Vergleichbarkeit auf 85 reduziert; diesen 85 Messpunkten wurden nunmehr die von Dees im Jahr 1983 für 222 literarische Texten ermittelten Lokalisierungs-Koeffizienten zugeordnet. Diese 222 Lokalisierungs-Koeffizienten entsprechen den oben erwähnten „Arbeitskarten“.

Zu einer detaillierten Beschreibung dieses Dreifach-Vergleiches:

Hans Goebl (2016): L’interprétation dialectométrique des atlas „scripturaux“ d’Anthonij Dees, in: Revue de Linguistique Romane 80, 321-368 (mit 50 Farbkarten).